Alkohol und Gicht - welche Getränke am riskantesten sind
Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2026
Alkohol gehört zu den am häufigsten genannten Auslösern eines Gichtanfalls. Nicht jedes Getränk wirkt jedoch gleich: Sie unterscheiden sich im Puringehalt, und das Risiko hängt auch von Menge und Trinkweise ab. Nachfolgend ein Überblick von den riskantesten Optionen bis zu denen, die weniger schaden, aber trotzdem nicht neutral sind.
Warum Alkohol bei Gicht schadet
Es gibt zwei Mechanismen. Erstens: Wenn der Körper Alkohol abbaut, fällt es den Nieren schwerer, Harnsäure auszuscheiden, sodass ihr Spiegel im Blut steigt. Zweitens liefern manche Getränke, vor allem Bier, zusätzlich Purine. Hinzu kommt, dass Alkohol entwässert und eine Dehydrierung die Bildung von Uratkristallen in den Gelenken begünstigt. Die Wirkung kann schnell eintreten: Ein Anfall kann schon nach einem einzigen Abend mit mehr Alkohol auftreten.
Bier - am riskantesten
Bier vereint beide Probleme: Es enthält Purine und behindert gleichzeitig die Ausscheidung von Harnsäure. Deshalb gilt es bei Gicht als die schlechteste Wahl. Bei erhöhter Harnsäure ist es am sichersten, ganz auf Bier zu verzichten. Alkoholfreies Bier (0%) blockiert die Ausscheidung nicht wie normales Bier, kann aber trotzdem Purine enthalten und ist daher kein vollwertiger Ersatz.
Spirituosen - sie erhöhen ebenfalls das Risiko
Wodka, Whisky, Rum oder Cognac enthalten keine nennenswerten Purinmengen, doch ihre Wirkung auf die Harnsäureausscheidung ähnelt der anderer alkoholischer Getränke. Das Risiko steigt mit der Menge. Besonders ungünstig sind große Portionen auf einmal und Trinken ohne Wasser. Cocktails mit Sirup und süßen Säften liefern zusätzlich Fruktose, die für sich genommen den Harnsäureanstieg fördert.
Wein - meist weniger problematisch, aber nicht sicher
Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass mäßiger Weinkonsum mit einem geringeren Anfallsrisiko verbunden ist als Bier oder Spirituosen. Das heißt nicht, dass Wein sicher ist: Er ist weiterhin Alkohol, und solche Studien beweisen nicht, dass Wein vor Gicht schützt. Wer sich für ein Glas entscheidet, sollte es als seltene Ausnahme sehen, nicht als tägliche Gewohnheit.
Was das Anfallsrisiko erhöht
- eine größere Alkoholmenge in kurzer Zeit,
- Trinken auf nüchternen Magen und ohne Wasser,
- Alkohol zusammen mit fettigem, fleischreichem und purinreichem Essen,
- Trinken während oder kurz nach einem akuten Anfall,
- Dehydrierung, zum Beispiel nach Sport oder bei Hitze.
Wie Sie den Schaden begrenzen, wenn Sie trinken
Die beste Lösung ist, auf Alkohol zu verzichten oder ihn stark zu reduzieren, besonders bei häufigen Anfällen oder deutlich erhöhter Harnsäure. Wenn Sie nur gelegentlich trinken: wählen Sie kleine Portionen, legen Sie Wasserpausen ein, trinken Sie nicht auf nüchternen Magen und meiden Sie Bier. Am Tag danach sollten Sie besonders auf ausreichend Flüssigkeit achten. Denken Sie auch daran, dass Alkohol mit Medikamenten wechselwirken kann, auch mit denen gegen Gicht. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt.
Kurzer Spickzettel
- Am riskantesten: Bier, große Mengen jeglichen Alkohols, süße Cocktails.
- Weniger riskant, aber nicht sicher: ab und zu ein einzelnes Glas Wein.
- Beste Wahl: Wasser, ungesüßter Tee, zuckerfreie alkoholfreie Getränke.
Mehr zu Getränken, die Sie täglich trinken können, finden Sie im Artikel Was trinken bei Gicht, und zu allgemeinen Wegen zu einem niedrigeren Wert im Text Harnsäure schnell senken.
Zusammenfassung
Bei Gicht ist es am vernünftigsten, Alkohol auf ein Minimum zu beschränken und Bier zu streichen. Je seltener und je weniger Sie trinken, desto geringer das Risiko eines weiteren Anfalls.
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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsberaterische Beratung. Bei Unsicherheiten besprich deine Ernährung mit deinem Arzt oder einem Ernährungsberater.